SV St.Georg III – FC St.Pauli VIII 1-3

Zehn Uhr fünfundvierzig, Horn, es regnet – die Serie hält.

Mit irgendwie ziemlich überzeugender Mannschaftsleistung bei etwas fahrlässiger Chancenverwertung hat die achte auch das Nachnachholspiel gegen die anderen Vertreter Gottes der Liga gewonnen. Dabei ging es alles andere als überzeugend los. Auf regenglitschigem und ziemlich ramponiertem Kunstrasen aus dem späten 14. Jahrhundert kamen wir gefühlte zehn Minuten kaum über die Mittellinie, waren im Abwehrbereich freundlich ausgedrückt leicht fahrig, haben St. Georg so locker drei Hunderprozentige zugelassen und uns nach vorne etwas zu sehr auf Michiel und Bernd verlassen. Da ersterer dummerweise im Kreise der frisch erweiterten Kleinfamilie (Hipp Hipp…) saß und letzterer auf der harten Ersatzbank, die es gar nicht gab, aber mit Jens in gewohnt schulterhängender Euphorie, Bendix zur perfekt sitzender Frisur und Jan beim Saisondebüt belegt war, fand unser Offensivspiel die erste Halbhalbzeit nicht so richtig statt. Erst als sich besagter Föhnwellenbendix einwechselte, kam Feuer auf den Platz, nachdem vorher auch der 753. direkt geschossene Freistoß (angeblich soll Michiel unlängst Nr. 721 verwertet haben) aus Top-Position direkt in die Wolken ging.

Tornichtschütze: Werner. Der musste dann kurz vor der Pause achillessehnenreizungsbedingt für Jan raus, der fortan die linke Seite ausschließlich rechtsfüßig übernahm, als wir das Spiel längst wie gewohnt im Griff hatten und St. Georgs Abwehrspieler zweimal auf der Linie retten mussten. Das 1:0 im Anschluss kam dann – wie üblich – auch über links, als Henning aus irgendwelchen Gründen auf Höhe des Elfers unbedrängt zum Schuss kam um den etwas aufdringlich orangeweißen Ball dann aber auch so was von oben ins Eck zu hauen. Halbzeit, aufwärmen, rausgehen, siegen!

In der zweiten Hälfte brach der Gegner nicht nur ein, weil Jens ohne mit der Schulter (nach oben) zu zucken eine Spitzenecke von Sasa zwischen Abwehrspieler und Torwart ins Eck kopfstreichelte, sondern da wir gegen endlich mal zumindest tendenziell gleichaltrige Gegner hinten (Olaf, Benni, Claas, Werner, Christian, Jan) sicher standen, mittig (Henning, Sascha, Sasa, Kay, Jens) sicher passten, vorne (The Triple B: Bernd, Bendix, Boris) sicher auf alle Außenpfosten zielten. Das aber wenigstens permanent. Bis der dribbelfreudige Sascha (mit Mütze) einfach mal aus 20 Metern spiegelverkehrt zum 1:0 in den gegenüberliegenden Winkel traf.

Dass am Ende noch der Ehrentreffer fiel, war dann nicht mehr der Rede wert und garantiert kein Eigentor von Benni – wie der zutiefst objektive Stürmer des Gegners jedenfalls beteuert. Ein ziemlich entspannter Sieg also auf interessantem Geläuf mit Warsteiner nach Schlusspfiff, weil sich die Getränke in Hennings Kofferraum vor seinem Büro versteckt haben.

Auf den nächsten Dreier – mit richtigem Bier.

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