SV Lorbeer 1896 Rothenburgsort – FC St.Pauli VIII 0-0

Kalte Dusche für die 8. Herren

Um 13:48 Uhr, am 02. November 2008 war es soweit. Ein historischer Tag für den Amateurfussball in Hamburg.

Nachdem die 8. Herren des FC St. Pauli soeben den Platz des SV Lorbeer 1896 Rothenburgsort mit einem mageren 0:0 verlassen hatte, war eine Serie von einem langen Jahr des Ungeschlagenseins in Pflichtspielen (Liga-, Pokal- und Hallenturnierspiele) vollendet worden. Jedes weitere Spiel ohne Niederlage bedeutet nun, eine schon bis hierher tolle Leistung in einen Triumphzug zu vergolden. Na gut, dass die 8. am Sonntag scheiße gespielt hat, wird als eine Marginalie in den Geschichtsbüchern stehen.

Zumeist durch Weitschüsse konnte sich, die zwar in der Spielanlage und den technischen Fähigkeiten überwiegend überlegen agierende 8., vor des Gegners Tor in Szene setzen. So waren es Sasa, Scott und Henning, die sich aus der Ferne vergeblich versuchten. Die beiden größten Aufreger dann allerdings in Halbzeit 2. Nachdem Jens sich in der rechten Hälfte des Sechzehners der Lorbeeren in hervorragender Manier durchtankte und den Ball gegrätscht in den Rücken der Abwehr Richtung Elfer beförderte, war Henning leider auch schon auf Höhe der Abwehrspieler, da er augenscheinlich nicht mehr mit dieser technischen Finesse Jensens gerechnet hatte. Weiterhin 0:0.

10 Minuten vor dem Ende des Spiels dann der Knaller. Die ansonsten sicher agierende und stets bemühte Abwehr der Achten, wurde beinahe durch Malte um den Lohn Ihrer bis dato guten Arbeit gebracht. Eine hohe Bogenlampe der Lorbeeren in Richtung Olaf, entwickelte sich zum Flatterball, den der verwirrt wirkende Libero mit Oberschenkel und Hand butterweich in den Lauf des bereits spekulierenden Stürmers legte. Dieser nahm die Kugel noch allein auf weiter Flur laufend bis zum Sechzehner mit, um dann den Ball volley mit Spann und Schmackes knapp rechts neben das sonst mit beeindruckender Sachlichkeit von Olaf gehüteten Gehäuses zu setzen.

Maltes Aufatmen war bis zur Süderelbe hörbar und die Bank begann mit panischen St. Pauli Anfeuerungsrufen den Schrecken aus den Gliedern der Beobachter zu schreien. Doch nach 90 Minuten war es dann letztendlich doch vollbracht – der im Voraus angestrebte „Wir sind Pokal UND Liga“-Nimbus wurde verteidigt. Da störte es fast kaum, dass man in der Kabine lediglich eiskaltes Wasser in ansonsten schlicht gehaltenen Duschräumen vorfand. Da einige sich dieses Bad nicht mehr zutrauten, wurde mit Sekt- und Bierdusche vorm Clubbie bei Frank nachgelegt, wo dieser historische Sonntag einen würdigen Abschluss fand.

In die Annalen trugen sich ein: Olaf, Werner, Benny, Yves, Malte, Martin, Gero, Christian, Sasa, Heiko, Henning, Scott, Jens, Okanzay, Boris sowie Paul und Bendix als treibende Kräfte.

Artikel teilen: