Pokalaus gegen TSC Wellingsbüttel III

Es gibt Zahlen, die eine tiefere Bedeutung als die bloße Summe ihrer Ziffern haben. 666 zum Beispiel, 1933 oder auch 42, Douglas Adams Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest. All dies ist aber noch nichts gegen die Zahl 221. Um so viele Jahre nämlich waren jene 8. Herren, die sich Sonntagmittag zur ersten Pokalrunde in den Glutofen Feldstraße 1 gestellt haben, insgesamt älter als der Gegner aus Wellingsbüttel. Deren Startelf brachte es sogar auf durchschnittlich 19 Jahre weniger auf dem Buckel als wir, was vielleicht ein bisschen besser erklärt, dass all die späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahrgänge aus dem Hamburger Randgebiet aber auch mal in jeder Hinsicht überlegen waren. Womit wir zu einem bemerkenswerten Umstand kommen, fast einem Phänomen. Denn obwohl Jo, Jan, Janjan, Yves, Malte, Andrew, Marc, Sasa, Martin, Henning, Boris, Kay, Frank, Jens spielerisch selten mithalten konnten und am Ende auch in der Höhe nicht wirklich unverdient 1:6 ausgeschieden sind, war das eine ziemlich ordentliche Partie bei 35 Grad auf dem Platz.

Denn die Zweikämpfe wurden meistens angenommen, nicht alles bloß rausgepölt, manchmal sogar ganz flüssig kombiniert. Es hätte also ein Spiel leicht unterhalb der Augenhöhe sein können, wenn unsere halbstarken Gegner nicht permanent absurde Tore geschossen hätten. Das 0:1 etwa fiel, als wir gerade unseren ersten starken Angriff über Kay und Henning absolviert hatten, ein unplatzierter Flachschuss, der unhaltbar abgefälscht knapp neben Jo über die Linie kullerte. Das 0:2 kam wenig später, eine ganz starke Stürmeraktion, der sich um Yves rumwickelte und dann Jo so unglücklich anschoss, dass der Ball, richtig, knapp neben ihm über die Linie kullerte. Was dann folgte, war der einzig echt gut herausgespielte Treffer, über drei vier Stationen im Mittelfeld, weitergeleitet von Boris auf Mark, der mit dem Außenrist in den Winkel traf. Weniger schön dann das 1:3, bei dem die Abwehr mal kurz aufhörte, Abwehr zu sein.

Gar kein so schlechter Pausenstand, der durchaus etwas Mut machte. Bis Jo mit dem Wiederanpfiff belegte, dass verunglückte Pässe ein Eigenleben entwickeln, wenn sie über verdutzte Torwarte hinweg ins Tor – diesmal: hoppeln. Dicht gefolgt vom 1:4, bei dem der Auswärtsangreifer mal unter Beweis stellte, was die eingangs erwähnte 221 in Laufduellen über 30 Meter so ausmachen können, nach einer Flanke, die – natürlich – wieder abgefälscht war. Wie das 1:6 kurz darauf, diesmal dank Jans Fuß unhaltbar. In den letzten 30 Minuten passierte gar nicht mehr so viel, außer ein paar Torchancen auf beiden Seiten. Fazit: Vier von sechs Gegentoren waren abgefälscht, eins wohl abseits und eine Menge Zweikämpfe, Kopfbälle und Aufbaumomente ringsum weit ansehnlicher, als das Ergebnis widerspiegelt. Ein unglücklicher Saisonauftakt, kein so schlechter, ohne Tim, ohne Sascha.

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