FC St.Pauli VIII – Grün-Weiß Eimsbüttel III 1-1

Nee was waren wir aufgeregt: Erstes Heimspiel, Kunstrasenpremiere, der Beginn einer neuen Zeit. Mit mehr Zuschauern als zu besten HA-Zeiten ging unsere Saison, ach: unser Fußballer-leben am Sonntag erst richtig los und wir gleich nach dem Anpfiff ab wie auf Speed. Waren unsere ersten 20 Minuten in den drei Auswärtspartien zuvor immer leicht gebremst im Antritt und schläfrig in der Spielfreude gewesen, haben wir die gar nicht mal so viel jüngeren Dritt-herren aus dem grün-weißen Eimsbüttel ziemlich schnell in die eigene Hälfte gedrängt. Und zwar wie es sich Taktiktüftler, Spielanalysten und Rolf Töpperwien so wünschen: aus einer sicheren Abwehr über die Ballverteiler Gero, Claas und Michiel durch die Mitte in die gegne-rische Hälfte und von da aus über die Flügel rein in den Strafraum. Da der Belag endlich mal etwas Raum zwischen Ball und Boden schafft, sind die Flanken zwar endlich mal nicht vorm Fünfmeterraum verreckt, segelten dafür aber gern Richtung Eckfahne. Egal – sah gut aus, Boris, Jens und Henning hatten vorne dicke Chancen und wäre da nicht der Schiedsrichter gewesen, es hätte eine sehr einseitige Partie werden können.

Der kleine Mann mit der großen Gestik aber pfiff einen so derartigen Blödsinn zu-sammen, dass nur Jans unermüdlicher, bedächtiger, fast lyrischer Einsatz für Besonnenheit und Stille zur Deeskalation beitrug, was ihm Gero bald gleichtat. Nachdem der Spielleiter das allerdings gehörig missdeutend mit noch größeren Gesten zu noch kleinerer Mannesstatur ahndete, kamen unsere schlimmen zehn Minuten, die prompt zu einer merkwürdigen Fehler-kette inklusive zugehöriger Dummgelaufens ergo: blödes Gegentor führten. Nach der Halbzeit aber das alte Bild: Druck über die Außen, hinten sicher, mit etwas weniger Leidenschaft vor-getragen vielleicht, aber dem folgerichtigen Ausgleich durch Jens zarten Innenrissheber aus der Strafraummitte, den ein Abwehrspieler angeblich hinter der Linie rotwürdig rauspritschte. Hier auf Tor zu entscheiden, war vermutlich die einzige Entscheidung des Schiris mit Finger-spitzengefühl. Auch danach hatte Grün-Weiß zwar die eine oder andere gute Konterchance, war aber ansonsten abgesehen vom glänzenden Torwart in allen Belangen unterlegen. Unnö-tiger Punktverlust also, bemerkenswertes Spiel, leider ein paar auswechselunwillige Durch-spieler (hallo Heiko!), aber doch gute Mannschaftsleistung, toller Support und ein geselliges Beisammensein nach Spielende bei Frank. Und auch wenn Claas am Schluss nicht zu Unrecht das weitläufige Ignorieren seiner/unserer taktischen Ziele beklagte: Welch eine Idylle!

Artikel teilen: