FC St.Pauli VIII – FC Süderelbe III 6-7

6 Tore und doch verloren. Wie kann so etwas passieren? Doofheit. Die eigene.

Eigentlich hatte alles ganz gut angefangen. Trainer Malte erklärte diesmal die kontrollierte Offensive statt der bisher bekannten geordneten Defensive als spielerische Ausrichtung für das Kellerduell gegen Süderelbe. Und dies klappte bei nebelig-kaltem Wetter auf Feldstraße II erstmal erstaunlich gut. Unser bisher sieglose Gast und Tabellenschlusslicht wurde gleich von Beginn an gut unter Druck gesetzt. Nach einer Viertelstunde und gefühlter Überlegenheit nickte Tim eine Flanke von Sascha am langen Pfosten zur verdienten Führung über die Linie. Und nachlegen konnte die Achte auch gleich. 2-0 nach gut 20 Minuten (wieder Tim), alles lief nach Plan. Selbst ein Gegentor aus dem Nichts konnte uns nicht aus der Ruhe bringen. Nochmal Tim (!!!) konnte den alten Abstand wieder herstellen. St.Pauli war überlegen und vergab noch einige aussichtsreiche Chancen.

Dann musste Malte aufgrund von Rücken seine Position als Libero aufgeben und die Abwehr verlor damit an Stabilität. Per Kopfball fiel das 2-3 (gegen die Laufrichtung von Olaf) und – wie immer bei St.Pauli 8 – klingelte es quasi mit dem Halbzeitpfiff im eigenen Kasten. Eine Bogenlampe Marke Sonntagsschuss landete genau neben dem Pfosten, der Ausgleich mit dem Halbzeitpfiff. Etwas niedergeschlagen gingen wir in die Kabine, der Ausgleich war für den Gast eher schmeichelhaft, schließlich gehörte ein Großteil des Mittelfelds den Kiezkickern. Trainer Malte fand in der Kabine jedoch die richtigen Worte, schließlich war unser Spiel zu einem Großteil der ersten Halbzeit ganz vielversprechend und der Gegner nicht unschlagbar. Und auch diesmal wurden die Maßnahmen vom Trainer beherzt umgesetzt. 5 Minuten nach Wiederbeginn führte St.Pauli plötzlich mit 5-3 (Tore von Sascha) und war damit wieder in der Spur. Spätestens nach dem 6-3 (lupenreiner Hattrick von Sascha innerhalb von ca. 10 Minuten!) waren alle sicher, dass der zweite Saisonsieg zum Greifen nah war.

Doch dann kam wieder alles anders. Malte musste wieder vom Platz, der Rücken machte nicht mehr mit. Und statt das Spiel locker nach Hause zu schaukeln wurde der Gegner durch Fehlpässe und Getingel in der Abwehr wieder zurück ins Spiel gebracht. Lange Bälle wurden nicht auf den Dom gebolzt sondern landeten im Laufweg des Gegners. Statt die Pille nach vorne zu ballern wurde hinten getendelt und sich in Bedrängnis immer wieder selbst in Gefahr gebracht. Wie die Tore genau fielen hab ich vergessen, aber eins war bescheuerter als das andere. Den Stürmern von Süderelbe wurden die Treffer teilweise auf dem Teller serviert, was die insgesamt kompakte Mannschaftsleistung der Gäste keinesfalls negativ darstellen soll!! Immer wieder brannte es im Strafraum von St.Pauli und der Ball zappelte im Netz. Süderelbe wurde durch die Tore immer stärker und St.Pauli immer verunsicherter. Die Tore fielen fast im 5-Minuten-Takt. Nachdem der Ausgleich ca. 20 Minuten vor Ende neue Energien beim Gast freisetzte, war St.Pauli nun vollkommen konsterniert. Grobe Schnitzer in der Abwehr, etwas Pech und schon war der 3-Tore-Vorsprung dahin. Lange Gesichter mit braunen Trikots.

Doch es sollte nicht mal zu einem Punkt reichen. 15 Minuten vor Ende der Partie erzielte der Gast erstmalig die vielumjubelte Führung (hat eigentlich der eine Stürmer mindestens 5 Treffer gemacht?) und man konnte froh sein, dass der gute Schiri keine Gelben Karten fürs Kopfschütteln verteilt hat. Süderelbe verwaltete den Vorsprung relativ sicher und St.Pauli tat sich schwer den Weg zum Tor nochmal zu finden. Der Glaube an wenigstens einen Punkt schwand Minute für Minute und am Ende war es Gewissheit. Ein Ergebnis wie beim Tennis, Süderelbe schlägt St.Pauli mit 7-6. Die Rote Laterne wandert an die Feldstraße, nach einem Sieg und einem Unentschieden zu Saisonbeginn nun schon die sechste Niederlage in Folge. Süderelbe – die in 7 Spielen auf insgesamt 6 Tore gekommen waren – wurden durch die Schießbude der Liga insgesamt 7 Tore teilweise geschenkt.

Die Köpfe hängen, die Gesichter leer. Eine Niederlage überflüssig wie ein Kropf. 0 Punkte aus den Spielen gegen die direkten Nachbarn im Kampf um den Klassenerhalt, da helfen auch keine Weisheiten bzgl. der Saisonlänge und Revanchen im Rückspiel. Man braucht sich am Hintern kein Haar auszureißen, das Auge tränt auch so.. Die Duschen dann auch noch eiskalt, jedem das was er verdient! Man kann nur hoffen, dass Malte schnell wieder fit wird und die Torausbeute in den nächsten Spielen ähnlich erfolgreich ist. Denn das ist bei einem verkorksten Sonntagnachmmittag tatsächlich das einzige, was rückblickend positiv von St.Pauli 8 erwähnt werden kann. Ansonsten Glückwunsch an unseren Gegner, der sehr fair gespielt hat (keine Gelben Karten im Spiel) und Danke an den guten Schiri! Weiter, immer weiter.

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