Butter vom Brot statt Deckel drauf

Dass der Achter sich beim “Führung-über-die-Zeit-schaukeln” traditionell dämlich verhält, dürfte spätestens seit dem legendären 6:7 gegen Süderelbe bekannt sein. Gegen die neu gegründete 6. vom “besseren” HSV aus Barmbek-Uhlenhorst war es mal wieder so weit. So fühlte sich das 4:4 (1:1) am Ende wie eine Niederlage an und lies die Gäste jubeln.

Eine Viertelstunde vor Schluss hatte der Achter das Spiel weitestgehend im Griff. 4:1 stand es zu diesem Zeitpunkt und vor allem der zweifache Torschütze Bernd hatten allen Grund zum Grinsen. Doch dann kam mal wieder alles anders und nach dem Schlusspfiff war es gruppendynamisches Kopfschütteln der zahlreichen Fans und Spieler.

Aber der Reihe nach. Da für 15 Spieler auf dem Spielbogen Platz ist, zogen die angeschlagenen Burghard, Karsten und Boris zurück und Trainer Pippo lies folgendes Team auflaufen: Vor Christoph im Tor dirigierte Peter die Abwehr, Carlo und Scotty neben ihm. Pippo und Daniel auf den Sechsern, Thomas links und Axel rechts. Henning fungierte als Kapitän und Zehner, vorne Kay und Bernd. Auf der Bank nahmen Frank, David und Julian G. Platz, zur zweiten Halbzeit kam dann noch Michiel dazu.

Das Spiel begann wie so häufig durchaus positiv. Der Achter setzte den Gegner unter Druck und zwang ihn im Aufbauspiel zu Fehlern, die aber zunächst nicht genutzt werden konnten. Dann ein Abwehrschnitzer von Carlo und BU kam mit seiner ersten Großchance zu 1:0 Führung. Mühsam rannte St. Pauli an und kam noch vor der Halbzeit zum verdienten Ausgleich. Bernd drückte die scharf hereingebrachte Flanke am Torwart vorbei in die Maschen und bejubelte seinen ersten Treffer seit Ewigkeiten entsprechend. Mit dem Untenschieden ging es in die Halbzeit.

Dort brachte insbesondere die Einwechselung von Michiel noch mal mehr Schwung in die Partie. So war es der fliegende Holländer selbst, der etwa 10 Minuten nach Wiederbeginn den Ball aus gut 20 Metern trocken neben den Pfosten setzte. Der Bann schien gebrochen und St. Pauli stürmte weiter an. Julian G. erhöhte schließlich auf 3:1 und dann war es erneut Bernd, der mit dem 4:1 einen Doppelpack schnürte.

Nun stellt man sich rückblickend die Frage, wie viele Tore es wohl gebraucht hätte, um den so genannten Deckel drauf zu machen. Vier reichten nämlich leider nicht. Die mit nur 12 Mann angereisten Jungs aus Barmbek schwammen zwar ordentlich, gingen aber nicht unter. Insgesamt 3x landeten die Schüssen der 8. Herren am Gebälk und tanzen auf der Linie, wollten aber partout nicht ins Tor. So wurde die vermeintliche Entscheidung verpasst – und das sollte sich rächen.

Statt sich zurück zu ziehen und hinten zu ordnen, spielte St. Pauli weiter munter nach vorne und lief in einen Konter nach dem anderen. Beim 4:2 hielt Christoph noch vorzüglich, war dann aber gegen den Abpraller machtlos. Bei 4:3 durch den Spielmacher der Blau-Gelben hatte auch er kein Chance, ein strammer Schuss in den Winkel. Und der Ausgleich war schließlich eine Kopie des 4:2 – Erst konnte Christoph noch abwehren, doch dann tauchte aus dem Nichts ein Barmbeker auf und drückte den Ball über die Linie.

So war das Spiel knapp 10 Minuten vor Schluss wieder offen. Auf Messers Schneide versuchten beide Teams, aus einem Punkt drei zu machen, was aber nicht gelang. Ein nicht ungerechtes 4:4, was sich für den Gast allerdings deutlich positiver anfühlte. Eine Aufholjagd in diesem Stil klappt vermutlich nur gegen uns.

Auch in der flüssigen Nachbetrachtungsphase mit dem nicht mehr ganz so jungen Gegner (“Wir wollten eigentlich für die Alten Herren melden, aber ein paar von uns waren zu jung”) gab es keine Erklärung, warum die sicheren 3 Punkte letztendlich aus der Hand gegeben wurden. Fehlende taktische Konsequenz, unglückliche Bälle, ein berauschter Gegner. So ist Fußball. Nächste Woche besser machen. Forza.

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