Leere Hände und hängende Köpfe

Nach dem wundervollen 7:1 gegen Tabellenführer und Angstgegner Hamm United 4 ist die Euphorie auch schon ein Wochenende später wieder gedämpft. Eine 0:1 Niederlage bei Einigkeit III in Wilhelmsburg auf einem Platz, der selbst nicht genau wusste, ob er Kunstrasen oder Sandkiste sein sollte, lies die anwesenden mit hängenden Köpfen den Weg zurück über die Elbe antreten.

Dabei wäre das alles eigentlich gar nicht notwendig gewesen. Zwar wurden aus 14 Zusagen am frühen Sonntagmorgen noch 11 mehr oder weniger fitte, aber immerhin weitestgehend nüchterne Spieler, dazu Bendix als Trainer, Joker und Überredungskünstler. So konnten wir noch Nico mit in die Fahrzeuge packen und uns bei frischem Herbstwetter auf den Weg Richtung Süden machen. Der Gegner wurde zwischen schlagbar und „letztes Jahr haben wir gegen die auch ganz dämlich verloren“ eingeordnet und versammelte sich mit ebenfalls knapp mehr als 11 Feldspielern am wie gesagt recht sandigen aber zum Glück nicht so weitläufigen Platz.

Während Boris im Tor die Anzahl seiner Ballkontakte in der ersten Halbzeit wahrscheinlich an einer Hand abzählen konnte, ordnete Scott die Abwehr um Carlo und David. Yves und Axel auf den Sechserpositionen machten den Raum eng und so konnten die fußballerisch wirklich begrenzten Eisenbahner kaum Vorstöße verzeichnen. Henning zog zentral die Fäden und Bernd und Frank lauerten auf Einschussmöglichkeiten. Immer wieder wurde versucht, Paul und Thomas über die Außen zu schicken, damit im Strafraum des Gegners eine Gefahr lauerte, denn durch die Mitte ging nicht viel. Einigkeit stand hinten recht kompakt und so ergaben sich nur wenige Lücken und Torchancen. Ein Großteil davon resultierte aus Freistößen. Leider gelang es aber nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Ein Lattenknaller von Paul blieb somit die größte Chance in den ersten 45 Minuten.

Ziemlich selbstsicher ging es dann in die zweite Halbzeit, schließlich hatte man Einigkeit kaum ins Spiel kommen lassen und selbst die größeren Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Die Anfangsphase begann wie gehabt, St.Pauli drückte, Einigkeit versuchte einen Spielaufbau, am Ende bleibt es bei viel Mittelfeldgeplänkel und einem gefühlten Übergewicht der Gäste.

Dass es am Ende ein typisches 8.Herren-Spiel wurde, deutete sich um die 60. Minute an. Ein kleinlicher Freistoß des ansonsten sehr guten Schiris wurde von Einigkeit in den Strafraum geschlagen, der Ball springt vor Boris auf, wird noch abgefälscht und rollt gegen die Laufrichtung des Torhüters über die Linie. 1:0 für den Gastgeber mit der ersten richtigen Aktion Richtung Tor. St.Pauli ließ sich jedoch nicht entmutigen und rannte noch etwas wehementer auf das gegnerische Tor an. Einigkeit bewies selbiges und verteidigte mit 6 Spielern um den Strafraum. Immer wieder gelangen gefährliche Gegenangriffe, zu großen Chancen kam es aber auf beiden Seiten nicht mehr. So lief die Zeit von der Uhr und am Ende regierte eine Mischung aus Enttäuschung und Unglaube. Zwar kann man nicht gewinnen, wenn man keine Tore schießt, diese Niederlage war jedoch mehr als unnötig und etwas glücklich für die jubelnden und ebenfalls etwas ungläubig blickenden Hausherren.

Enttäuscht ging es zurück nach Hamburg, wo jetzt ein spielfreies Wochenende und dann die Zweitrundenpokalpartie bei BU 5 auf uns wartet. Bitter.

David

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