Das blaue Wunder für Berne

Mit Berichten von der Seitenlinie ist es immer so eine Sache. Ich radel also um das Spitzenspiel zwischen dem von mir favorisierten ersten Achter und der 4. von TuS Berne zu sehen mit dem Rad durch den alten Elbtunnel um zur Arena der Herzen an der Feldstraße zu kommen. Dabei fallen mir verhältnismäßig viele blau beschalte Gestalten auf. Siedend heiß fällt es mir wieder ein. In Mordor wird heute auch Fußball gespielt. Und die blockieren alle meinen Fahrstuhl, können schon Bier trinken und stellen mit ihren Körpern die Fahrbahn voll. Meine Abneigung gegen die Farbe Blau kommt also zum Vorschein. Der geneigte Leser, vor allem die Sportsfreunde aus Berne, mögen mir daher meine einseitige und evtl. auch nicht immer qualifizierte Berichterstattung verzeihen.

Rad abgestellt und trotz sorgfältiger Vorbereitung fast noch zu spät gekommen. Allerdings wurde das vorherige Spiel etwas später angepfiffen so dass sich alles etwas nach hinten schob. Man muss auch mal Glück haben und vielleicht könnte das ja schon ein Omen für das Spiel gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer aus Berne sein.

Die machten sich hinter dem Tor der noch spielenden Mannschaften warm und ließen den anwesenden Achte Herren Kader bestehend aus Christoph – Peter, Malte, Carlo – Ax, Pipo – Paul, Tim, Helge – Kay, Julian D. (Bank: Bernd, Karsten, Jan, Yves) eher wie die Seniorentruppe eines lokalen Kegelvereins wirken. Kein Bedarf an Rasierapparaten vs. Halbglatzen, Bierbäuche und die Frage, ob man die Klüsen so früh morgens überhaupt schon aufkriegen würde (wohlgemerkt, Anpfiff sollte 14 Uhr sein). Alles bekannte Faktoren aus dem Hinspiel.

Wie auch immer, Anpfiff auf dem Platz und der Wunsch den Überfliegern die erste Saisonniederlage zuzufügen machte sich breit. Das Kombinationsspiel von Berne wusste im Mittelfeld zu gefallen, wirklich weit kamen sie damit aber nicht. Wiederrum sehr weit kam Julian D. in Abwesenheit des anderen Julians dachte er sich wohl, ein Julian muss das Tor machen und machte eben jenes. Das 1:0 in der 7. Minute war die Folge eben jener soliden Verteidigung. Kay musste früh wegen Problemen an der Hüfte ausgewechselt werden und Bernd kam für ihn von der Ersatzbank gewetzt. Es wäre der Stoff aus dem die Tagträume eines jeden Stürmers sind. Eingewechselt werden und mit zwei Ballaktionen das 2:0 machen. Blieb für Bernd bei Tagträumen, der Ball verfehlte sein Ziel nur um Haaresbreite und klatschte ans Aluminium.

Nach vorne läuft bei uns auch einiges an sehenswerten Aktionen. Die Schüsse, die auf Christophs Tor kommen, fliegen vorbei oder er entschärft sie. Und so folgt, zur großen Begeisterung des Heimanhanges das 2:0 durch Tim. Irgendjemand erzählt was von ‚sich Melonen‘. Trotzdem wird der neben mir stehende Daniel nicht ruhiger. Er spricht irgendwas von Pferden, die man hier schon hätte kotzen sehen. Zur Beruhigung gehen wir erst mal Bier trinken. Ist ja kein Zustand so. Während wir uns nun allmählich beruhigten kochte die Motivation auf dem Platz hoch. Manche zu motiviert.

Berne wird das Spiel nur zu zehnt beenden. Direkt Rot wegen Nachtretens. Der Schiri, dem man aus unserer Sicht höchstens einen nichtgegebenen Elfmeter nachsagen kann, verwies auch direkt den Gästetrainer aus dem Innenraum und lies auch uns ausrichten, dass wir uns verbal etwas zurückhalten sollten. Sonst eher unauffällig, sprach viel mit den Spielern und brachte sich nach Freistößen sehr häufig in Position um korrektes Abseits pfeifen zu können. Solide Leistung. Muss man auch mal sagen.

In den letzten paar Minuten werden wir teils fahrig, so dass Daniel immer nervöser wird. Auch das herbeigebrachte Bier kann ihn nun nicht mehr beruhigen. Erst Helges 3:0 lies ihn und uns hörbar aufatmen. Der Rest ist routinierte Abwehrarbeit und eine Gastmannschaft in Unterzahl. Als der Unparteiische dann pünktlich abpfeift ist der Sieg gegen den Tabellenführer besiegelt. Noch zwei drei Bier und dann ab nach Hause, wenige Stunden später fuhr der Bus nach Duisburg. Da haben dann die Ersten gespielt. Nicht ganz so schön wie die Achte. Aber vielleicht kommen die einfach mal rum und holen sich Tipps ab. Ich bedanke mich für die Zeit, die ihr investiert habt, gebe wieder zu bedenken, dass diese Zeilen immer nur meine Meinungen und Ansichten wiederspiegeln und es sich nur um Gedanken von der Seitenlinie handelt.

Gruß

Euer Johnny.

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