Achterbahnfahrt vom Achter

Der riesige Schlackeplatz, auf dem damals schon legendäre Duelle gegen St. Georg stattfanden, flößte schon etwas Respekt ein. Als es beim Warmmachen auch noch zu regnen begann und das Geläuf immer tiefer und nasser wurde war klar, dass es heute nur über den Kampf geht und der innere Schweinehund ruhig gestellt werden musste.

Das ging aber mal völlig daneben und so stand es nach ca. 10 Minuten 2:0 für Indian. Verantwortlich dafür die unsichere Defensive, die die Fehler im Mittelfeld nicht mehr beheben konnte. Ungewohnte Fehler in der Abwehr waren dann die Folge, schwaches Zweikampfverhalten im Mittelfeld und die bekannte Abschlussschwäche beim Verwerten bester Torchancen, die die schwache Indian Abwehr immer wieder zuließ. So überliefen die teilweise 20 Kilo leichteren und 20 Jahre jüngeren Inder die Achter-Abwehr bei fast jedem der Angriffe. Michiel konnte dann zwischenzeitlich dank einer verunglückten Flanke von links, die sich hinter dem Torwart ins lange Eck senkte, verkürzen, Julian Draxler per Kopf ausgleichen und Kay mit sattem Pikeschuss sogar kurzzeitig die Führung heraus holen, doch die Schwäche war heute hinten und so musste der beste defensive Spieler Boris als Torwart den Ball auch ein drittes Mal zum 3:3 Pausenstand aus dem Netz holen und der Achter mit Nackenschlag in die Kabine.

Nach dem Pausentee dann ein völlig verändertes Auftreten vor allem im Kampf um den Ball mit dem Gegenspieler. Stef spielte endlich wieder mit gewohnt sicherem Stellungsspiel, energischem Zweikampfverhalten und gutem Antizipationsspiel von hinten heraus und verlieh der Abwehr somit mehr Stabilität und Sicherheit. Alles, was in Hälfte 1 schlecht lief wurde nun immer besser. Teilweise wurde India eingeschnürt und per Powerplay unter Druck gesetzt. Trotzdem wurde ständig gefährlich gekontert und durch einige Ecken immer wieder Gefahr vor Boris herauf beschworen. Lobend muss man die eingewechselten Spieler erwähnen, die ihre Sache durchweg gut machten obwohl sie als Achter-Nachwuchs sehr wenig Spielpraxis hatten aber doch für erhebliche Entlastung sorgten.

Und der Achter hat ja auch noch seinen Juliandowski . Wie im Hinspiel knipste der mindestens um einen Kopf größere Draxler alles weg, was ihm fortan vor die Rübe kam und so führte der Achter ca 20 Minuten vor Schluss mit 3:5. Als Juliandowski dann sogar noch per pedes zum 3:6 einnetzte, war die Messe gelesen und der schlammfreie Sonntagnachmittag konnte beginnen. Nach hartnäckigem Schrubben unter der Dusche gelang das auch weshalb wir es aber nicht mehr bis ins Stadion zu unseren Profis schafften. Folge: 0:1 gegen Ddorf. Das war dann auch der letzte Teil der emotionalen Achterbahnfahrt am Fussballsonntag… weiter geht es Samstag zuhause gegen Nigeria.

Malte

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